Autositze reinigen

Staub, Flecken aller Art und beanspruchte, rissige Sitzbezüge lassen jedes Auto schnell ungepflegt und gebraucht aussehen. Das kann bei einem neuen Auto genauso passieren, wie bei einem Gebrauchten: Wichtig ist, dass das Auto regelmäßig eine Innenreinigung erhält, um den „Neuwagen“-Effekt möglichst lange zu erhalten. Dabei ist es gar nicht so einfach, grobe Verschmutzungen aus Autositze zu entfernen: Je nach Material der Sitzpolster ist damit ein großer Aufwand verbunden. Wie Du Autositze reinigen kannst und dabei viel Zeit und Geld sparen kannst, zeigen wir Dir hier.


Mit diesen 4 Schritten reinigen Sie Ihre Autositze richtig

Autositze gibt es mit ganz unterschiedlichen Sitzbezügen. Die meisten Autos werden ab Werk mit Leder, Teilleder, Alcantara oder Stoffbezügen verkauft. Dabei benötigt jedes Material eine andere Herangehensweise, um den idealen Reinigungseffekt zu erzielen und das Material nicht zu beschädigen.

Tipp: Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Autositze reinigen.

Wenn Sie Ihre Autositze reinigen wollen, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

1Autositze absaugen

Saugen Sie Ihre Autositze mit einem handelsüblichen Staubsauger oder auch einem Innenraum-Staubsauger von einer SB-Waschanlage gründlich ab. Achten Sie dabei darauf, dass Der Staubsaugeraufsatz sauber ist und verwenden Sie keinen Bürstenaufsatz, da dieser das Material nur unnötig beansprucht. Bei (Teil-)Ledersitzen können Sie Staub auch sehr gut und schonend mit einem Mikrofasertuch entfernen. Der Autositz sollte vor den nächsten Schritten frei von Flusen, Staub und Krümeln sein.

2Flecken entfernen

Sind im Sitz Flecken von Wasserrückständen, Schokolade oder anderem Dreck, sollten Sie nach dem absaugen versuchen, diese Verschmutzungen zu entfernen. Hier sollten Sie unbedingt den richtigen Reiniger für Ihre Sitzbezüge verwenden, um den Autositz beim Reinigen nicht zu beschädigen und das Material nicht unnötig zu beanspruchen.



Wichtig: Bearbeiten Sie nicht nur den Fleck, sondern bearbeiten Sie großzügig die gesamte Sitzfläche, damit ein einheitliches Bild entsteht und sich keine Ränder um die behandelte Stelle bilden. Auch, wenn Sie Ihren Autositz mit destilliertem Wasser oder Reiniger bearbeiten, können Ränder entstehen – denn dann ist der ehemalige Fleck deutlich sauberer als der Rest des Autositzes.

3Gerüche entfernen

Schnell können sich Gerüche von Essen, Haustieren oder Zigaretten in Ihrem Auto festsetzen. Hat sich in Ihrem Auto erst einmal ein unangenehmer Geruch festgehängt, wird es schwer, diesen wieder zu entfernen. Viele greifen hier zu Duftbäumchen und Lufterfrischern, doch diese lösen das Problem nur kurzzeitig. Gerade bei Raucherfahrzeugen ist es fast unmöglich, den Geruch wieder vollständig zu entfernen. Große Geruchsträger sind hier auch die Autositze: In Stoff und Polster hängt sich der Geruch dauerhaft ein. Mit einem Sprühextraktionssauger können Sie grobe Verschmutzung und Gerüche aus ihren Sitzpolstern entfernen (Achtung, nur bei Autositzen mit Stoffbezügen ist dies möglich). Sprühextraktionssauger gibt es recht günstig zu kaufen oder vom Profi auszuleihen. Sollte dies nicht helfen, können Sie vom Profi eine Ozon-Behandlung für den gesamten Innenraum machen lassen. Hier sollte auch gleich die Klimaanlage mit allen Lüftungsschläuchen und -Düsen mit gereinigt werden, da sich hier oft auch unangenehme Gerüche einnisten können.

4Pflege nach der Reinigung

Nachdem Sie hoffentlich auch die hartnäckigsten Flecken mit unseren Tipps und Tricks entfernen konnten, ist der Sitzbezug natürlich dementsprechend beansprucht. Gerade (Teil-)Ledersitze danken es Ihnen, wenn Sie dem Leder nach der Reinigung mit einer Lederpflege wieder etwas Substanz zurückgeben, da die Sitze sonst schnell rissig werden.

Wie Sie Stoffsitze richtig reinigen

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Autositze mit Stoffbezug sind eigentlich recht gutmütig: Sie wehren tapfer grobe Attacken ab, viele Verschmutzungen lassen sich einfach mit einem mit lauwarmem Wasser leicht angefeuchteten Mikrofasertuch und einer Bürste entfernen oder einfach mit einem Staubsauger „heraussaugen“. Doch ist der Fleck einmal im Stoff, wird es schwieriger. So reinigen Sie Autositze mit Stoffbezug:

Tragen Sie Polsterschaumreiniger auf die gesamte Sitzfläche auf. Behandeln Sie nicht nur den Fleck, sonst entsteht hinterher ein unschöner Rand um den ehemaligen Fleck. Mit einer weichen Bürste arbeiten Sie anschließend den Polsterreiniger ein. Nach kurzer Einwirkzeit können Sie mit einem sogenannten Sprühextraktionssauger den Reiniger und alle Verschmutzungen aus dem Sitzbezug heraussaugen. Diesen Vorgang wiederholen Sie noch einmal mit destilliertem Wasser, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Sie werden erstaunt sein, wie viel Schmutz sich aus den Sitzbezügen löst – der Autositz sieht nach der Behandlung aus, wie neu.

Wichtig: Arbeiten Sie beim Reinigen der Autositze mit möglichst wenig Wasser. Besser noch ist es, Sie verwenden nur destilliertes Wasser, denn normales Leitungswasser bildet beim Trocknen Kalkränder, die sehr schwer wieder zu entfernen sind.

Alcantara Sitze reinigen leicht gemacht

Autositze mit Velours – oder Alcantara – Sitzbezug müssen mit äußerster Sorgfalt behandelt werden. Der etwas Wildleder-ähnliche Mikrofaser-Stoff sollte nur mit einem feuchten Lappen gereinigt werden. Bestenfalls verwenden Sie einen Microfaserlappen, den Sie mit lauwarmem Wasser etwas anfeuchten. Nutzen Sie hier keine Seife und auch keine aggressiven Reiniger. Im Normalfall sollten Sie mit einem feuchten Lappen selbst Schokoladenflecken rückstandlos vom Alcantarastoff entfernen können, denn Alcantara bietet den gleichen Abperl-Effekt wie Mikrofasertücher. Sollten Ihre Alcantarasitze unter besonders hartnäckige Flecken leiden, nutzen Sie eine milde Reinigungslösung aus dem Zubehörhandel und testen Sie diese zuerst an einer unauffälligen Stelle, bevor Sie den Sitz damit behandeln.

Wie Ledersitze wieder alten Glanz erhalten

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Autositze Reinigen - Lederpflege Fleck

Flecken von zu viel Lederpflege können Sie mit einer weichen Lederbürste oder Baumwolltuch entfernen

Ledersitze sind sehr beliebt, denn Sie verzeihen vieles: Auch nach Jahren mit so gut wie keiner Pflege sehen Ledersitze fast aus wie neu, Flecken sind meist sehr leicht widerstandslos zu entfernen. Nutzen Sie hier, wie beim Alcantara, einen lauwarm angefeuchteten Mikrofaserlappen: Dies reicht meist auch für grobe Verschmutzungen. Sollte der Fleck so nicht zu Entfernen sein, muss zum richtigen Mittel gegriffen werden: Leder reinigen Sie am besten einfach mit dem richtigen Lederreiniger und einer dazugehörigen Lederpflege. Schrubben Sie Ledersitze keinesfalls mit haushaltsüblichen Reinigern ab! Das kann die Struktur des Lederbezuges zerstören und die Sitze nachhaltig schädigen.

Nach dem Reinigen sollten Sie unbedingt auf die richtige Lederpflege achten: Gerade im Auto sollte Lederpflege nämlich regelmäßig zum Einsatz kommen, denn Leder-Autositze „trocknen“ mit der Zeit aus und werden rissig und spröde, wenn sie nicht gepflegt werden. Wir empfehlen Ihnen hier zum Beispiel Produkte mit Carnauba- oder Bienenwachs. Behandeln Sie Ledersitze wie Ihre eigene Haut – Leder ist an sich nichts anderes und Bedarf demnach auch der selben Pflege.

Unser Tipps zum Reinigen von Ledersitzen: Reinigen und Pflegen Sie Ihre Ledersitze bestenfalls alle 6 Monate. Verwenden Sie zum Auftragen von Lederreiniger und Lederpflege nur Baumwolltücher oder einen weichen Schwamm. Gerade bei „genopptem“ Leder sollten Sie äußerst sparsam mit der Lederpflege umgehen, da Sie sonst die in das Leder gestanzten „Poren“ verkleben könnten. Weiße Rückstände von der Lederpflege auf dem Sitz können Sie einfach mit einem Baumwolltuch abtragen, für hartnäckige Rückstände sollten Sie zu einer weichen Lederbürste greifen. Nutzen sie keine harten Bürsten, da sonst die Struktur des Leders leidet.

Helle Autositze reinigen

Helle Autositze sehen toll aus, sind aber besonders pflegebedürftig: Egal ob aus Stoff, Leder oder Alcantara, wenn es einen Möglichkeit für Flecken gibt, ist es schon zu spät. Denn: Auf dem hellen Untergrund sieht man jede Art von Fleck sofort. Selbst Abfärbungen von Jeans und Jacken können hier zum echten Problem werden. Um helle Autositze zu reinigen, sollten Sie erst einmal vorgehen wie bei jedem Autositz: Reinigen Sie die Sitzoberfläche durch Staubsaugen und nutzen Sie einen Mikrofaserlappen für Lederflächen. Mithilfe eines lauwarm angefeuchteten Lappens können Sie versuchen, in Leder- oder Alcantarasitzen Flecken zu entfernen – vergessen Sie danach nicht, das Leder hinreichend zu Pflegen. Helle Autositze aus Stoff reinigen Sie am besten mit Polsterschaumreiniger und einer sehr weichen Bürste. Mehr können dazu erfahren Sie beim Punkt „Autositze reinigen: Stoffsitze“.

Autositze reinigen: Hausmittel

Gerade im Internet und unter Kollegen werden einige Hausmittelchen gegen Flecken im Autositz als „Geheimtipps“ gehandelt. Welchen Effekt welches Hausmittel hat und was Sie sorglos verwenden können, erfahren Sie hier:

+Gallseife und Spülmittel funktioniert, aber hinterlässt Ränder

Gallseife und Spülmittel nutzen beide Tenside, um Verschmutzungen abzutragen. Bei groben Verschmutzungen kann es sich lohnen, äußerst geringe Mengen von Gallseife mit einem lauwarm angefeuchteten Mikrofasertuch einzureiben. Problematisch werden hier aber wieder die Ränder: Gallseife kann unschöne Ränder hinterlassen, die sich nur mit einem Sprühextraktionssauger wieder entfernen lassen. Greifen Sie besser zu Polsterschaumreiniger zurück – diese Produkte sind speziell für Autositze entwickelt worden.

Rasierschaum macht alles nur noch schlimmer

Der Rasierschaum wird immer wieder als Tipp zum Entfernen von grober Verschmutzung durch z.B. Essen gehandelt. Autositze reinigen Sie aber am Besten niemals mit Rasierschaum. Der Effekt ist gleich null, nur oberflächliche Verschmutzung wird durch den Rasierschaum entfernt. Diese Verschmutzungen können Sie meist auch einfach mit einem angefeuchteten Mikrofasertuch entfernen. Der Rasierschaum hinterlässt zudem weiße Flecken, die noch deutlich schlechter aus Ihren Sitzen zu entfernen sind als die Flecken, die Sie eigentlich damit behandeln wollten. Autositze reinigen mit Rasierschaum ist also kein besonders guter Tipp, solange Sie keinen Sprühextraktionssauger zuhause haben, damit Sie den Rasierschaum auch wieder vollständig aus dem Sitz entfernen können. Verwenden Sie hier lieber handelsüblichen Polsterschaumreiniger.

Teppichreiniger greift die Polster an

Nutzen Sie auch keinen Teppichreiniger für Ihre Autositze. Diese Reiniger sind in den meisten Fällen deutlich zu scharf und hinterlassen meist auch weiße Ränder, die nur schwer wieder zu entfernen sind. Einfache Polsterschaumreiniger, die für Autositze ausgelegt sind, können Sie schon für wenig Geld in jedem Baumarkt erstehen – es lohnt sich auf jeden Fall.

Speiseöl – bitte nicht!

Nutzen Sie niemals fett- oder ölhaltige Produkte auf Ihren Stoffsitzen! Dies ist fast unmöglich wieder zu entfernen. Ledersitze können von fettigen Produkten profitieren – Nutzen Sie hier aber unbedingt Lederpflege. Speiseöl zieht schlecht in Leder ein, hinterlässt Flecken und riecht äußerst unangenehm, besonders an heißen Sommertagen!

Spiritus und Alkohol schadet den Sitzbezügen

Von Produkten mit Alkohol, also Fensterreiniger, Spiritus und dergleichen, raten wir ab. Sie beanspruchen die Sitzoberflächen sehr und können sogar dazu Führen, dass die Sitzoberfläche schwer beschädigt wird.

 

Unser Tipp: Nutzen Sie lieber Produkte, die auch für die Autopolster Reinigung gedacht sind, wenn Sie lange Freude an Ihrem Fahrzeug und Ihren Autositzen haben wollen.

Mit den richtigen Tipps zum Thema Autositze reinigen lassen sich viele Flecken und Verschmutzungen wieder entfernen.